GfK: Gewaltfreie Kommunikation (nach Marshall B. Rosenberg)

Gewaltfreie Kommunikation – Was ist das eigentlich genau?
Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) wurde von Marshall B. Rosenberg entwickelt mit dem Ziel, den Umgang miteinander so zu gestalten, dass ein Mehr an Vertrauen und Freude möglich wird. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg ist ein hilfreiches Kommunikationstraining wenn es um eine friedliche Konfliktlösung im persönlichen, im beruflichen und auch im politischen Bereich geht. Im Vordergrund steht die wertschätzende Beziehung, die es zu entwickeln gilt, damit die Kooperation und die Kreativität aller Beteiligten möglich wird. Manchmal werden auch die Bezeichnungen „Einfühlsame Kommunikation“, „Verbindende Kommunikation“, „Sprache des Herzens“ oder „Giraffensprache“ als Synonym für den Begriff der Gewaltfreien Kommunikation verwendet. Die Gewaltfreie Kommunikation geht von der Grundannahme aus, dass Menschen von Natur aus zu einer empathischen Verbindung fähig sind und den Kontakt zum Mitmenschen – unter freien Bedingungen – auch suchen. Die Gewaltfreie Kommunikation sieht Bedürfnisse und Gefühle als wesentliche Faktoren an für die Handlungen eines Menschen. Für Marshall B. Rosenberg sind unangenehme Gefühle wie Wut oder Ärger „Warnlämpchen“, die uns darauf hinweisen, dass wichtige Bedürfnisse im Moment zu kurz kommen. Gewalttätige Handlungen sind für ihn tragischer Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses.

GfK – Gebräuchliche Techniken, Interventionen und Methoden

Marshall B. Rosenberg unterscheidet in seiner Gewaltfreien Kommunikation vier Schritte, die ausgebildete Trainer in Kommunikationstrainings weitergeben.

  1. Beobachtung
  2. Gefühl
  3. Bedürfnis
  4. Bitte

Eine Beobachtung beschreibt die ganz konkrete Handlung oder Unterlassung, doch wird diese nicht mit einer Bewertung oder Interpretation vermischt. Ein Schulkind braucht z. B. 90 Minuten für die Hausaufgaben, doch es ist kein faules oder chaotisches Kind.

Die Beobachtung löst im Körper ein Gefühl aus, das meistens sogar körperlich spürbar ist.

Gefühle stehen in engem Zusammenhang mit Bedürfnissen und diese sind weltweit bei allen Menschen gleich. Es sind allgemeine Qualitäten, die jeder von uns gerne hätte, wie z. B. Sicherheit, Verständnis, Vertrauen, Kontakt oder Sinn. Diese Bedürfnisse weisen den Weg zu einer echten win-win-Lösung.
Bitten beziehen sich auf eine konkrete Handlung im Hier und Jetzt. Sie sollen laut Rosenberg in einer „positiven Handlungssprache“ formuliert werden, d.h. man sagt was man will statt zu formulieren was man nicht will. Er unterscheidet zwischen einer Handlungsbitte (beispielsweise darum, das Geschirr in den Schrank zu räumen) und einer Beziehungsbitte (beispielsweise die Rückmeldung einer ausgelösten Empfindung).

Empathisch zuhören können ist in der Gewaltfreien Kommunikation eine Basisfähigkeit, die in den Kommunikationstrainings nach Rosenberg geübt und trainiert wird. Die Teilnehmer lernen dabei die vier o.g. Informationen gezielt herauszuhören und ins Wort zu bringen, da sie die zentralen Elemente einer Botschaft sind. Man braucht in der Regel einiges an Übung, bis die GFK-Sprache flüssig in die Alltagssprache integriert werden kann. Daher bieten die Trainer für Gewalfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg diese Kommunikationstrainings meistens in Forum einer monatlichen Übungsgruppe oder als Halbjahrestraining an

Forschung und wissenschaftliche Anerkennung der gewaltfreien Kommunikation (GfK)

Die gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg wird oft in der Ausbildung von Mediatoren eingesetzt und ist im Sinne des Mediationsgesetzes anerkannt.