Januar 2014: Warum Sauwetter-Denken gefährlich ist

Draußen schüttet es wie aus Eimern, es regnet Bindfäden und alleine der Blick aus dem Fenster lässt uns frösteln und die Jacke holen. Das sind die Fakten. Wasser fällt vom Himmel, es regnet, ein Chemiker würde H2O dazu sagen. Und doch reden wir gerne von „Sauwetter“ – und das ist gefährlich! Wir nehmen dann nämlich den Regen persönlich und das wiederum hat Auswirkungen auf unser Seelenleben. Hier ein paar Tipps, was Sie tun können, damit ihre Stimmung nicht durch unbedacht ausgesprochene Worte in den Keller geht.

“ZDF“ – Zahlen, Daten, Fakten!
Wenn Sie den Grundsatz beherzigen, bei den Fakten zu bleiben, laufen Sie nicht Gefahr, die Dinge persönlich zu nehmen, da sie damit den nötigen Abstand schaffen. Am Beispiel mit dem Sauwetter könnte man zum Beispiel die Menge an Regenwasser, die auf einen Quadratmeter fällt, genau bestimmen und die Uhrzeit von wann bis wann es geregnet hat wird ebenfalls aufgezeichnet vom Wetteramt. Das kann jederzeit überprüft werden und zwar von jedem von uns.
Ein Beispiel aus dem zwischenmenschlichen Bereich wäre das Zuspätkommen. Ich kann bei den Fakten bleiben und die Minuten rückmelden, die der andere später als ausgemacht gekommen ist. Die Zahl der Minuten ist für beide Seiten nachvollziehbar und wird in der Regel auch nicht wegdiskutiert. Aber Achtung: Bei den Fakten bleiben heißt auch, auf negative Bewertungen zu verzichten. Es geht also nicht darum, dem anderen die verspäteten Minuten vorwurfsvoll um die Ohren zu hauen, sondern darum, die Tatsache der konkret verspäteten Zeit zu nennen.

Auf die eigenen Worte achten
Bleiben wir doch einfach mal bei dem Beispiel des Zuspätkommens. Wie geht es Ihnen, wenn Sie empfangen werden mit den Worten: „Du bist wieder mal zu spät, auf dich ist einfach kein Verlass“ Als unzuverlässiger Mensch hingestellt zu werden, schmerzt und belastet die Beziehung. Daher sind die Worte, die wir benutzen so wichtig, denn schnell sind wir wieder beim Sauwetter, obwohl wir genau wissen, dass es nur regnet.

Nicht anstecken lassen!
Bestimmt kennen Sie das auch, dass, wenn einer mit dem Mosern anfängt, andere gleich mit einstimmen. Auch wir selbst sind nicht immun dagegen! Hier ein paar Beispiele aus dem Alltag:

– Da schimpft jemand übers Wetter, und schon ist der ganze Tag trüb und grau gefärbt und die Stimmung gleich mit.

– Oder jemand erzählt, wie blöd sich eine Firma verhalten hat, und schon weiß jeder eine eigene Horrorstory.

Jetzt kommen zum Runterzieher-Virus schnell noch die Geschwister „Verallgemeinerungen“ und „Stammtischparolen“ hinzu. Dann sind plötzlich alle Chefs unfähig, alle Frauen streitsüchtig und alle Männer Schweine. Und Undank ist sowieso der Welten Lohn …

Machen Sie nicht mit bei diesem Syndrom, das ich „Sauwetter-Denken“ nenne!

Darum hier ein von mir schon oft erprobter Strubel-Tipp:
Nehmen Sie den sog. „Mars-Menschen-Blick“ ein. Stellen Sie sich vor, ein Marsianer ist gerade auf unserem Planeten gelandet. Was würde er wohl in sein Logbuch schreiben, wenn er sieht, dass da jemand sitzt oder steht, der häufig auf die Uhr im Zimmer oder am Handgelenk schaut, der von einem Bein aufs andere trippelt oder unruhig auf und ab läuft,…Den Mars-Menschen-Blick anwenden, hilft uns genau zu beobachten, zu analysieren um zu verstehen was da genau los ist, doch das Gesehene und Gehörte wird nicht bewertet.

Marsianische Grüße von
Ihrer Ulrike Strubel