September 2013: Ich heiße Ulrike – und Sie?

Liebe Leserinnen und Leser,

Ihren Namen haben andere für Sie ausgesucht und sie wurden nicht gefragt, ob er ihnen gefällt oder nicht. Nun haben Sie ihn – und das ein Leben lang. Den Nachnamen kann man durch Heirat noch verändern, doch der Vorname ändert sich normalerweise nicht.

Und dann ist dieser Name auch noch gekoppelt mit dem Selbst-Wert-Gefühl, das heißt, wer sich – und seinen Namen – gut annehmen kann, dessen Selbstwert geht automatisch mehr ins Plus und umgekehrt geht derjenige ins Minus, der seinen Namen ablehnt und vielleicht sogar hasst. Daher hier ein paar Tipps, wie die Aussöhnung gelingen kann

Warum mögen Sie Ihren Namen eigentlich nicht?

Finden Sie ihn zu gewöhnlich oder war er zu einer bestimmten Zeit ein Modename und seitdem nicht mehr modern? Kommt er ihnen vielleicht altbacken und altmodisch vor? Oder ist die Schreibweise immer erklärungsbedürftig? Gab es in ihrer Schulzeit Mitschüler, die den gleichen Namen hatten und sie wussten nie genau, wen der Lehrer jetzt meint? Bei mir gab es z. B. immer zwei Ulrike’s in der Klasse und ich war während meiner Schulzeit immer die Uli, da ich die kleinere war. Oder finden Sie Ihren Namen einfach unpassend für sich und hätten am liebsten einen anderen Namen.

Wie würden Sie viel lieber heißen?

Gibt es einen Namen, der Ihnen besser gefallen würde? Wenn ja, was verbinden Sie mit diesem Namen? Gibt es einen Menschen in ihrem Umfeld, der diesen Namen trägt und der für Sie ein Vorbild ist? Oder ist es ein Name aus einem Buch oder einem Film, der so beeindruckend für Sie war, dass Sie gerne diesen Namen tragen würden? Wenn dem so ist, was genau gefällt ihnen an diesem Namensträger? Auf jeden Fall lohnt sich die Beschäftigung mit diesen Fragen für diejenigen, die unzufrieden mit dem jetzigen Namen sind. Und für alle anderen ist es sicherlich eine witzige Variante, sich zu überlegen, welchen Namen man auch für sich wählen würde – wenn man denn die Wahl hätte.

Strubel-Tipp für die Aussöhnung mit dem eigenen Namen:

Spielen Sie doch ein wenig Namen-Detektiv und fragen Sie nach Geschichten, die sich eventuell mit ihrem Namen verbinden. Meine Eltern haben mir zum Beispiel erzählt, dass mein Vater vor meiner Geburt eine Mandel-OP hatte und er in dieser Zeit täglich von einem Mädchen namens Ulrike angesprochen wurde mit den Worte: „Opa Kuno, erzählst du mir eine Geschichte?“
Vielleicht gibt es auch bei Ihnen überraschende, bisher nicht gekannte Dimensionen in Verbindung mit ihrem Namen. Fragen kostet nichts und macht den Fragenden nur schlauer als zuvor.